Stimmen zur Messe

 

Martin J. Brühl FRICS; Managing Partner von Cushman & Wakefield Deutschland

              Weit fokussierter und näher am Geschäftsjahresende als ihre „große Schwester an der Côte d’Azur“ ist die Expo Real jedes Jahr ein Gradmesser für die Transaktionsaktivität auf der Zielgeraden. Heuer muss man allerdings feststellen, dass der Zweckoptimismus der vergangenen Jahre einer nüchternen Betrachtung der Lage gewichen ist: Die Krise ist nach vier Jahren zur strukturellen Normalität geworden, die Imponderabilien außerhalb der Kontrolle der Immobilienakteure sind einfach noch zu groß.

Bernd-Uwe Willer, Head of Germany –
Managing Director Savills Immobilien Beratungs-GmbH

Die restriktivere Finanzierungspolitik der Banken erschwert sicherlich manchen Deal. Dies beugt jedoch auch Überhitzungstendenzen vor. Die Transaktionssicherheit wird neben Produktqualität und Rendite immer mehr zum bestimmenden Faktor.

Ralph Günther, Sprecher der Geschäftsführung, CORPUS SIREO Holding

Die Expo Real war für uns sehr erfolgreich. Der CORPUS SIREO Auftritt am Frankfurt-Stand war gut besucht und wir haben viele sehr gute Gespräche geführt und neue, insbesondere auch internationale Kontakte gemacht. Hierbei bestätigte sich, dass Immobilien-Investitionen in Deutschland stark nachgefragt werden, allerdings auf kein ausreichendes Angebot zu den gewünschten Konditionen trifft, dies gilt insbesondere für Wohnimmobilien-Investments. Es ist immer wieder interessant zu erleben, welche Themen sich auf der EXPO REAL im Moment als besonders prägend für die Branche herauskristallisieren. Die eher kritische Stimmung hinsichtlich der Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise auf die Immobilienfinanzierung ist dann auch eines der bestimmenden Themen der Messe gewesen.

Thomas Hegel, Sprecher der Geschäftsführung der LEG NRW GmbH

Wir haben die ExpoReal für intensive Gespräche mit Geschäftspartnern, insbesondere auch aus dem Bankenbereich genutzt. Es zeigt sich immer wieder, dass das persönliche, vertrauensbildende Gespräch unersetzlich ist. Dabei können wir uns über unsere aktuellen Entwicklungen und Ziele austauschen. Natürlich nehmen wir intensiv auch die Stimmungslagen auf dem Immobilienmarkt auf. Dafür ist der Branchentreff Expo Real unentbehrlich. Thema war in diesem Jahr natürlich die überall spürbare internationale Schuldenkrise. Deshalb sind wir umso mehr erleichtert, dass die LEG auf dem Weg zu einer umfassenden und nachhaltigen Refinanzierung bereits ein gutes Stück vorangekommen ist.

Claus-Jürgen Cohausz, Vorstand der Westdeutschen ImmobilienBank

Der Optimismus, der in der Immobilienbranche noch im ersten Halbjahr 2011 vorherrschte, hat im Zuge der Verschärfung der Staatsschuldenkrise zumindest für die Immobilienfinanzierer einen erheblichen Dämpfer erfahren.

Dies spiegelte sich auf der diesjährigen Expo Real sehr deutlich wider. Die Stimmung auf der Messe erinnerte an die Expo Real 2008, kurz nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers. Zweifel an der Stabilität und ein wieder zunehmendes Misstrauen der Banken untereinander sowie die Befürchtung einer bevorstehenden Rezession überschatteten die Gespräche in München. Die Expo Real ist eine wichtige Networking-Plattform und Basis für Geschäftsabschlüsse. Sie ist aber auch ein wichtiger Indikator, an dem künftige Entwicklungen an den Immobilienmärkten abzulesen sind.

Dr. Wulff Aengevelt, Geschäftsführender Gesellschafter Aengevelt Immobilien GmbH

Ungeachtet modernster Kommunikationstechnologien ist der Gesprächsbedarf „face to face“ seit dem Spätsommer weiter gestiegen. Entsprechend kam die Immobilienmesse EXPO REAL genau zum richtigen Zeitpunkt. Zumal sich hier – im Gegensatz zu kleineren Spezialmessen – die gesamte Branche nahezu lückenlos abbildet. Dazu zählen neben den professionellen Marktteilnehmern auch die berufsaus- und –fortbildenden Hochschulen sowie Banken und immobilienwirtschaftliche IT- und weitere Dienstleister. Vor diesem Hintergrund ist die EXPO REAL alternativlos und bietet deutlich bessere – und günstigere – Rahmenbedingungen als die im Frühjahr an der Côte d´Azur stattfindende MIPIM.

Der von unserem Haus im Vorjahr prognostizierte Trend „Eigenkapital und Finanzierung“ stand in diesem Jahr in nahezu allen Transaktionsverhandlungen im Vordergrund. Das ist ein klarer Fall von Rückbesinnung auf Qualität hinsichtlich Objekt- Standort, Architektur und Ökologie und nicht zuletzt auf das Standing der Nutzer und auf die Investitions-Kalkulation.

Unter diesem Aspekt wurden praktisch alle Immobilienkategorien von Wohnen bis Hotel, von Einzelhandel und Büro bis Logistik gehandelt. Das Interesse umfasst hierbei mittlerweile (wieder) die gesamte Produktpalette von Core-Objekten in Top-Lagen bis zu Cash Cows.

Dabei hatten sich die Messeteilnehmer vorgenommen, ihre konkreten Vorstellungen im Dialog zu verfestigen und weiterzubringen. Entsprechend nahm auch die Quote der im Vorfeld der EXPO REAL gezielt verabredeten – und tatsächlich wahrgenommenen – Verhandlungen deutlich zu. Das reflektiert die weitere Professionalisierung der Branche. Jetzt heißt es, den Deckel draufzumachen!

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