Der Handelsimmobilien Report Nr. 320

Der Handelsimmobilien Report Nr 320

  • Editorial von Ruth Vierbuchen: 10,1 Mio. Menschen sind im Rahmen der staatlich angeordneten Kontaktbeschränkungen in Kurzarbeit. Das ist das Dreifache der Zahl, die während der Finanzmarktkrise 2008/09 in Kurzarbeit waren. Wie viele davon zu Arbeitslosen werden, hängt davon ab, wie ökonomisch bedacht die Politik die wirtschaftlichen Abläufe wieder in Gang setzt. Dabei war die Kommunikationspolitik vor allem von Bundeskanzlerin Angela Merkel für die deutsche Wirtschaft wenig hilfreich. (Seite 1)
  • Shopping-Center-Markt Deutschland – Noch kein Ende der Transformationsphase: Die Entwicklung auf dem deutschen Shopping-Center-Markt hat sich – auch durch die Unsicherheiten, die mit der Corona-Krise einhergehen – zuletzt wenig dynamisch gezeigt. Die zunächst geplanten neun Neueröffnungen werden 2020 laut „EHI Shopping Center Report 2020“ auf vier zusammenschmelzen. Die Entwickler fokussieren sich eher auf die Revitalisierung und Umgestaltung des Bestands. Hinzu kommt, dass das große Verkaufsflächenangebot in Deutschland in Verbindung mit der Zurückhaltung vieler Mieter in punkto Expansion noch Raum für Büros oder Wohnungen bietet. (Seite 2)
  • Lockerung nach dem Shutdown – Von Kundenansturm kann keine Rede sein: Weil sie nach der Öffnung der Einzelhandelsgeschäfte mit einem Kundenansturm wie in der Vor-Corona-Zeit rechneten, erlaubten die Politiker zunächst nur die Öffnung von Läden mit bis zu 800 qm Verkaufsfläche. Großbetriebe dürfen nur auf verkleinerter Fläche von 800 qm verkaufen. Doch die Städte füllen sich nur langsam. (Seite 6)
  • Der lange Weg zurück zur Normalität – Erfahrungen aus der ersten Lockerungsrunde: Der Lockdown hat zu einem noch nie erlebten Umsatzeinbruch im Einzelhandel geführt, der für viele Unternehmen zur Existenzbedrohung geworden ist. Dies beeinflusst den Wert einer Handelsimmobilie, der sich aus dem Multiplikator aus der nachhaltigen Nettojahresmiete ermittelt. In Innenstadt- und Shopping-Center-Lagen besteht eine hohe Korrelation zwischen Miethöhe und Frequenz. Daher ist es interessant, die Frequenzverläufe bei der Lockerung des Lockdowns zu betrachten. (Stumpf, Seite 10)
  • IFH-Corona-Check – Hohe Loyalität mit dem stationären Handel: Das Reglement zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie hat den hiesigen Einzelhandel und seine Kunden seit Mitte März ziemlich durchgeschüttelt: Shutdown für alle außer die Lebensmittel- und Drogeriemärkte sowie Baumärkte und Gartencenter – je nach Bundesland; die Lockerung für bestimmte Nonfood-Händler und für die Großen nur auf begrenzten Flächengrößen. Das Thema Gastronomie wird erst jetzt diskutiert. Das hat nach Beobachtung des IFH Köln viele Kunden sehr nachdenklich gestimmt und ein Gefühl der Treue entstehen lassen. (Seite 12)
  • Rechtsprechung – Wenig Klarheit durch Gerichtsentscheidungen: Zur Eindämmung der Covid-19-Ausbreitung greifen die Länderregierungen massiv in die Geschäftsabläufe des Einzelhandels ein. Im Gegensatz zu den Regelungen in der Phase des Shutdowns, die dem Lebensmittelhandel und den Drogeriemärkten zur Versorgung der Bundesbürger mit den lebensnotwendigen Gütern die Öffnung erlaubte, sind die Verordnungen zur Lockerung des Geschäftsbetriebs im Nonfood-Handel seit dem 20. April sehr umstritten. Dabei ergeben die Gerichtsurteile kein einheitliches Bild. (Seite 13)
  • Vermietungsmarkt – Erheblicher Druck auf die Einzelhandelsmieten: Der Shutdown und die nur langsame Lockerung der Öffnungszeiten für die großflächigen Betriebe belastet die Umsatzentwicklung im Einzelhandel erheblich. Das dürfte sich auch auf die Mieten auswirken. Das Vermietungsgeschäft zeigte im ersten Quartal deutliche Spuren dieser Einschränkungen. (Seite 15)
  • Ifo-Befragung – Große Furcht vor einer Pleitewelle: Deutschlands Unternehmen machen sich große Sorgen um ihre Zukunft. Vor allem die Einzelhändler, wie das Ifo Institut in seiner April-Umfrage feststellte. Auch die Frage, wie sehr die Bundeskanzlerin die Erwartungen der Bürger beeinflusst, wurde untersucht. (Seite 18)
  • Grüner Strom – Redevco und Cofra starten „Project Solar“: Der Immobilien-Investment-Manager Redevco und der Investor Cofra Holding haben das „Project Solar“ ins Leben gerufen, eine groß angelegte Initiative zur Erzeugung erneuerbarer Energie am Ort, an dem sie gebraucht wird. Die Mieter aus dem Einzelhandel sind eingeladen, den „grauen Strom“ aus der Steckdose künftig durch diesen „grünen Strom“ zu ersetzen. Schon Ende 2019 hatte sich Redevco öffentlich verpflichtet, sein Portfolio in zwanzig Jahren im Rahmen der Kampagne „Mission 2040“ CO2-neutral zu gestalten. (Seite 20)
  • Bundesverfassungsgericht – Richter nehmen Bundesregierung in die Pflicht: Der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe hat in seinem Urteil am 5. Mai – für die Öffentlichkeit in seiner Eindeutigkeit überraschend – mehreren Verfassungsbeschwerden gegen das 2015 aufgelegte Staatsanleihekaufprogramm (Public Sector Purchase Programme – PSPP) der Europäischen Zentralbank (EZB) stattgegeben. Die Beschwerden richteten sich gegen die Bundesregierung, den Deutschen Bundestag und die Deutsche Bundesbank. (Seite 21)
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