Ende der Shopping-Center Ära?

2.Mai 2018   

Kategorie: Der Immobilienbrief

Neubau in Deutschland sinkt um 82%

Shoppingcenter haben in den letzten 20 Jahren unsere Innenstädte verändert. Egal ob im Zentrum oder außerhalb. Mittlerweile scheint sich jedoch so etwas wie ein Sättigungseffekt eingestellt zu haben – zumindest in Westeuropa. Jede Stadt, die groß genug für ein Shoppingcenter ist, hat mittlerweile ihren eigenen Einkaufstempel von den bekannten Entwicklern wie mfi oder ECE. Was für Deutschland gilt, ist nun offenbar auch in Europa zu beobachten.

Lt. Cushman & Wakefield sank das Neubauvolumen von Shoppingcentern in 2017 um 23%. Das Fertigstellungsvolumen liegt nunmehr bei 3,8 Mio. qm. Mit 166,5 Mio. qm Flächenbestand an Shoppingcenterflächen in Europa scheint damit ein Peak erreicht. Auf Westeuropa entfallen davon 109,7 Mio. qm und auf Mittel- und Osteuropa 56,8 Mio. qm.

Mit einem Fertigstellungsvolumen von 495.000 qm ist die Türkei Spitzenreiter und verdrängt damit den bisherigen Primus Russland mit 330.000 qm auf den zweiten Platz. Dritter ist Platz mit 298.000 qm. In den kommenden zwei Jahren erwartet C&W 6,6 Mio. qm neue Flächen, allerdings vornehmlich im Osten Europas. Im Westen wird der Rückgang auf 21,3% geschätzt während im Osten das Flächenwachstum bei 12,3% liegen soll.

Aktivster Markt in Westeuropa war übrigens Frankreich mit einem Flächenzuwachs von über 326.000 qm. Der Rückgang liegt aber auch hier mit 28% deutlich über dem Durchschnitt. In UK stieg gleichfalls das Neubauvolumen um 23% auf nur noch 120.000 qm. Spitzenreiter ist jedoch Deutschland. Hier sank das Neubauvolumen um satte 82%. Anders entwickelt sich der Markt in Spanien. Das Land profitiert vom anziehenden Tourismus, so dass die Bautätigkeit mit 210.000 qm in 2017 außerordentlich hoch ausfällt. Spanien verfügt über die zweitgrößte Pipeline für die Jahre 2018/19. Auf Städteebene gehören Helsinki, Paris, Luxemburg, Madrid und Marseille zu den Top 5 der westeuropäischen Märkte mit der höchsten Bautätigkeit bei Shoppingcentern.

Schuld am Rückgang ist, wie erwartet der zunehmende Online-Handel, Änderungen im Verbraucherverhalten und -erwartungen sowie das stetig wachsende Angebot, das auch bei den Einzelhändlern für Druck bei den Umsätzen und Mieten sorgt. Der Schwerpunkt bei Projektentwicklern liege nun auf einer höherwertigen Flächenqualität und Placemaking. Darunter wird die Kombination von Einzelhandel, Freizeit und Unterhaltung verstanden. Das Shoppingcenter als Destination soll das Ziel sein. Placemarking werde das Hauptthema der nächsten Jahre, so C&W. (AE)

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