Platzierungszahlen im dritten Quartal auf Talfahrt

23.November 2011   

Im dritten Quartal 2011 haben Emissionshäuser geschlossener Fonds 666,9 Mio. Euro bei Anlegern eingesammelt. Das sind 19% weniger als im Vergleichszeitraum im letzten Jahr (818,6 Mio. Euro) und seitdem auch das schlechteste Quartal. Zu den Verlierern gehören diesmal auch Energiefonds, die in den vergangenen Quartals stets zu den Gewinnern zählten. 54,2 Mio. Euro sammelten Energiefonds ein (-67%). Besonders Solarfonds verloren um 80% und konnten nur noch 25 Mio. Euro bei Anlegern gewinnen. Flugzeugfonds verloren ebenfalls 70% Anlegergelder im dritten Quartal. Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Platzierungszahlen allerdings wieder leicht von 51,1 Mio. Euro auf 59,3 Mio. Euro. Schiffbeteiligungen konnten nur noch 35,3 Mio. Euro einsammeln. Das sind 61% weniger als im letzten Jahr. Nachschüsse machten im letzten Quartal 8,2 Mio. Euro aus. Damit hat sich das Verhältnis zwischen frischem Kapital für Bestandsfonds und Anlegergelder für neue Fonds wieder deutlich geändert. Im letzten Quartal wurde die Hälfte des eingesammelten noch für Bestandsfonds aufgebracht.

Deutsche Immobilienfonds sammelten 288,5 Mio. Euro ein. Das sind zwar 69% mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, aber auch 84% weniger als im zweiten Quartal 2011. Ausländische Immobilienfonds machten 7% gut und konnten 140,4 Mio. Euro bei Anlegern einsammeln. Der Anteil institutioneller Investoren stieg um 254% auf 76,2 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorquartal sank der Anteil jedoch um 14%.

Laut Eric Romba, Hauptgeschäftsführer des VGF (Verband Geschlossene Fonds) liegt der Rückgang der Eigenkapitalplatzierungen bei geschlossenen Fonds auf einer Linie mit den Mittelabflüssen bei Investmentfonds und sei damit Spiegelbild der Euro-Krise. Anleger seien nach Einschätzung des Verbandes derzeit nur in sehr geringem Maße bereit, ihre vorhandene Liquidität in mittel- und langfristigen Kapitalanlagen zu binden.

Bei Immobilienfonds dürfte derzeit vor allem das mangelnde Angebot an fondsfähigen Immobilien neben den Finanzierungsproblemen die Hauptgründe für das sinkende Investitionsvolumen sein. Probleme ergeben sich insbesondere bei der Eigenkapitalzwischenfinanzierung, wie im Background-Gespräch zu hören ist. Der Run auf fondsfähige Produkte, die im Allgemeinen auch oft Core-Immobilien sind, treibt zudem die Preise so in die Höhe, dass Emissionshäuser am Ende keine anständige Rendite mehr mit der Immobilien erwirtschaften können.

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