Der Handelsimmobilien Report Nr. 61

Editorial von Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin Handelsimmobilien Report: Der Einzelhandel macht etwa 40% seines Umsatzes mit innovativen Neuprodukten. Ein sehr großer Teil des Erfolgs geht in der Konsumgüterindustrie auf die pfiffige Werbung zurück. Unternehmen wie Media Markt/Saturn gründen darauf ihr bundesweites Image als preisgünstige Fachmarktketten, obwohl die Konkurrenz nicht unbedingt teurer oder schlechter ist. Doch aus diesen Lehren mag die übrige Wirtschaft nicht lernen. So ist es unverständlich, dass die Unternehmen gerade in Krisenzeiten, wenn sie neue Geschäftspartner am nötigsten brauchen, ihre Werbung zurückfahren, statt von sich Reden zu machen. Und das ausgerechnet im Kommunikationszeitalter. (Seite 1)

 

–       Der Fall Arcandor prägt den Strukturwandel im Einzelhandel: Mit einem prognostizierten Umsatzrückgang von 2% in diesem Jahr steht Deutschlands Einzelhandel im Vergleich mit dem verarbeitenden Gewerbe gut da. Schon seit Jahren hat die Branche ihren Boden erreicht. Dennoch hinterlässt die Krise verheerende Spuren im Handel und Arcandor ist der größte Insolvenzfall Deutschlands. Doch der Name Arcandor steht im Wesentlichen auch für die Krise im deutschen Einzelhandel. (Vierbuchen, Seite 2)

–       Es gibt ein Leben mit und nach dem Warenhaus: Karstadt, Hertie, Sinn-Leffers, Woolworth, Pohland, Wehmeyer… Die Liste der Warenhäuser und traditionellen Bekleidungskaufhäuser, die 2008 und 2009 Insolvenz anmelden mussten, ist lang. Hertie wurde im Zuge der Insolvenz liquidiert, bei Karstadt wird im Zuge des Insolvenzplanverfahrens eine Reihe von Häusern geschlossen und bei den Textilkaufhäusern wurden zahlreiche Filialen aufgegeben. Für einige Hundert Innenstadtlagen müssen Nachnutzungen gefunden werden. Dafür gibt es auch viele Beispiele. (Richter Seite 6)

–       Großbritannien: Chancen für antizyklische Investoren: Während in Deutschland und Frankreich die Wirtschaft in den vergangenen beiden Quartalen wieder ganz leicht gewachsen ist, hat Großbritannien die Phase des Abschwungs noch nicht hinter sich gelassen. Dennoch ist aus Sicht des britischen Vermögensverwalters Henderson Global Investors für Investoren jetzt ein guter Zeitpunkt gekommen, sich wieder dem britischen Markt für Handelsimmobilien zuzuwenden. Doch man muss die Spreu vom Weizen trennen können. (Vierbuchen, Seite 10)

–       Stadtreport Essen – Die Innenstadt hält sich recht stabil: Mitte Oktober wurde die zweite Bauphase des Shopping-Center-Schwergewichts am Limbecker Platz in Essen eröffnet. Mit dem 70 000 qm großen Center will Essen gegen die Konkurrenz aus Oberhausen (CentrO) oder Mülheim (Rhein-Ruhr-Zentrum) seine Reputation als „die Einkaufsstadt“ im Ruhrgebiet zurück erobern. Die Analyse von Maklerunternehmen zeigt bislang, dass die befürchteten Wirkungen auf andere Teile der Innenstadt wie die Kettwiger Straße ausbleiben. (Vierbuchen, Seite 11)

–       Höfe am Brühl – Stadtquartier geht mit dem Wandel der Zeit: Im Jahr 1990 war die Blechbüchse in der Leipziger Innenstadt begehrter Warenhaus-Standort für westdeutsche Warenhaus-Betreiber, um vom Vereinigungsboom nach dem Fall der Mauer zu profitieren. 20 Jahre später hat sich die Lage komplett gewandelt. Die „Höfe am Brühl“ sollen dem Stadtquartier neues Leben geben. (Vierbuchen, Seite 12)

–       FOC-Renditen toppen die Werte bei Shopping-Centern: Beim Thema „Factory Outlet Center“ (FOC) macht sich bei deutschen Modeherstellern erst einmal Zurückhaltung breit. Denn der hiesige Einzelhandel fürchtet im dicht besiedelten Deutschland die Konkurrenz dieser „Fabrikverkaufsstellen“ und hat sich bislang massiv gegen die Ansiedlung zur Wehr gesetzt. Entsprechend groß ist die Angst der Hersteller, vom Einzelhandel ausgelistet zu werden, wenn sie in ein FOC einziehen. Auch die restriktive Genehmigungspraxis in Deutschland spiegelt diesen Konflikt. Doch die Renditen der Objekte können sich sehen lassen. (Vierbuchen, Seite 14)

–       Millionen Menschen ohne ausreichende Nahversorgung: Im preisaggressiven deutschen Lebensmittelhandel haben die kleinen Geschäfte ihre Existenzgrundlage verloren. Kleine Gemeinden mit weniger als 3 500 Einwohnern haben die Filialisten bei ihrer Expansion nicht mehr auf dem Radar. Die Lage in der Nahversorgung hat sich grundlegend verändert und verändert sich immer weiter. Bundesweit können etwa 8 Mio. Menschen ihren kurzfristigen Bedarf nur noch unzureichend decken. (Vierbuchen, Seite 15)

Der Handelsimmobilien Report Nr. 61

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