Estama nutzt ihre Chancen in der Finanzmarktkrise

Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 hat die Estama Gesellschaft für Real Estate Management mbH in Berlin ein ordentliches Wachstumstempo vorgelegt. Trotz Finanzmarktkrise ist der Personal-Stab des Immobilien-Dienstleisters auf fast 70 Mitarbeiter gewachsen. Auf die Frage, was die Grundlage des Wachstums in diesen schwierigen Zeiten ist, hat Geschäftsführer Thorsten Stoll eine simple Antwort: „Die Krise“. Gerade in Zeiten ohne Transaktionen bekomme das Management von Immobilien große Bedeutung, um die Erträge nachhaltig zu steigern und Potenziale aufzudecken. Der Trend lässt sich auch daran ablesen, dass viele Großunternehmen inzwischen Facility- und Property-Management anbieten. Mit seiner Angebotspalette aus Asset-, Property- und Facility- Management sieht das Unternehmen für sich noch Wachstumspotenzial.

Dabei bewegt sich Estama vom Ursprung her in mehreren Welten. Ausgangspunkt war Ende 2004/Anfang 2005 – vor dem erwarteten Aufschwung auf dem deutschen Immobilien-Markt – das wachsende Interesse des britischen Investors Edinburgh House Ltd. an hiesigen Handelsimmobilien. Die als rechtlich selbständige Tochter gegründete Estama sollte mit ihren deutschen Marktkenntnissen für die britische Mutter Asset-Management-Leistung erbringen, die Qualität von Objekten beurteilen und Mieter der Einzelhandelsimmobilien einschätzen, wie Stoll berichtet. Zweck war die Verwaltung des deutschen Immobilien-Portfolios. In Großbritannien hatten die Immobilienexperten den größten Teil ihrer Objekte verkauft und sich dem kontinentaleuropäischen resp. deutschen Markt zugewandt. Auf dem Heimatmarkt konzentriert sich Edinburgh House vornehmlich auf innerstädtische Entwicklungsprojekte.

Heute betreut Estama für die von David Roberts, Chief Executive, und Tony Quayle, Managing Director, 2001 in London gegründete Edinburgh House Ltd. ein Management-Volumen von 1 Mrd. Euro und 150 Objekte mit Schwerpunkt (95%) Handel. Das Portfolio besteht aus Immobilien quer durch alle Handelskonzepte wie Supermärkte, Fachmarktzentren, innerstädtische Handelsimmobilien sowie 4 Shopping-Center, aber auch 300 Wohnungen und 4-5% Logistik-Immobilien.

In der Anfangsphase hatte Estama noch Jones Lang LaSalle mit dem Property Management der Objekte beauftragt, bis das Unternehmen ab Herbst 2007 selbst die Kapazitäten aufgebaut hatte und am 1. September 2008 die letzten Objekte in die eigene Betreuung übernahm. Als mittelständisches Unternehmen sieht sich Estama mit seinen kurzen Entscheidungswegen und der größeren Flexibilität gegenüber großen Anbietern durchaus im Vorteil. Weitere Wettbewerber in diesem Markt sind BNP Paribas Real Estate (Atisreal), CB Richard Ellis, Hochtief und DTZ Retail Services.

Inzwischen hat Estama – seiner Philosophie der Unabhängigkeit von Edinburgh House folgend – 4 weitere Mandate gewonnen. Darunter Balmain mit 6 Objekten wie (Supermärkte und Fachmarktzentren), Pears Global Real Estate Investors Ltd. mit 76 Objekten, darunter Nahversorgungszentren, einzelne Fachmärkte und Supermärkte, Resolution Properties mit 55 Objekten, REVCAP mit 7 Objekten und Rowan Properties mit insgesamt 7 Einkaufs- und Fachmarktzentren.

Die Klientel verrät den Schwerpunkt des Estama-Geschäfts. Es handelt sich hier vornehmlich um ausländische (angelsächsische) Auftraggeber, die auf dem deutschen Markt gute Partner mit lokalem Know-how suchen: „Estama akquiriert auf dem angelsächsischen Markt“, berichtet Stoll. Nach der Euphorie des Immobilien-Hypes dürfte es so manchen Investor geben, der nach dem Kauf erkennt, dass fach- und landesspezifisches Know-how notwendig ist, um allein schon den Wert der Immobilien dauerhaft zu erhalten. So stellt auch Stoll im Nachhinein nüchtern fest: „Von Seiten der angelsächsischen Investoren sind sehr viele Fehler gemacht worden.“ Von ihrer Herkunft her ist Estama aus seiner Sicht gut vorbereitet auf das, was die Angelsachsen beim Reporting benötigten.

Für die verschiedenen Auftraggeber erbringt Estama an den 7 Niederlassungen unterschiedliche Leistungen. Allein in der Hauptniederlassung Berlin bietet Estama das volle Programm aus den Dienstleistungen im Asset und Property Management, Project Management und Legal Services. Von hier aus steuert das Finance Department zudem zentral die deutschland-weiten Finanzprozesse.

So übernimmt in Itzehoe ein vierköpfiges Team Dienstleistungen im Bereich Center Management, Property und Facility Management. In Nord- / Sondershausen stehen Property und Facility Management Dienstleistungen für die Shopping-Center „Südharzgalerie“ (Foto) und „Galerie am Schlossberg“ im Vordergrund. In Wuppertal werden – neben dem Center-Management für die „Rathaus Galerie“ – Property Management Dienstleistungen für den Raum Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gebündelt. Die Niederlassung in Zwickau bietet Property Management für den Raum Sachsen, Thüringen und Bayern an.

Die Niederlassung in Frankfurt hat Estama mit Blick auf die räumliche Nähe zur Finanzwelt eingerichtet, um Zugang zu deutschen Kunden zu gewinnen. Denn Stoll ist überzeugt, dass auch die Banken etwas für ihre Immobilien-Bestände tun müssen. Im Zuge der Finanzkrise sind viele Kreditinstitute zudem mehr oder weniger frei-
willig Besitzer von Immobilien geworden. Hier dürfte es auch um die Erarbeitung von Exit-Strategien gehen.

Gerade bei Handelsimmobilien sind die Anforderungen laut Stoll außergewöhnlich: „Es gibt neue Handelskonzepte, die Standorte ändern sich und Alleinstandorte verlieren an Bedeutung. Es gibt sehr viele Flächenanforderungen im Handel.“ Bis Ende 2009 will Estama vor diesem Hintergrund um 20 – 25% wachsen, noch 100 – 150 Immobilien gewinnen und den Personalbestand auf 80 – 100 Mitarbeiter ausbauen.

 

 

 

 

 

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