Großbritannien: Chancen für antizyklische Investoren

Während in Deutschland und Frankreich die Wirtschaft in den vergangenen beiden Quartalen wieder ganz leicht gewachsen ist, hat Großbritannien die Phase des Abschwungs noch nicht hinter sich gelassen. Dennoch ist aus Sicht des britischen Vermögensverwalters Henderson Global Investors für Investoren jetzt ein guter Zeitpunkt gekommen, sich wieder dem britischen Markt für Handelsimmobilien zuzuwenden.

„Trotz berechtigter Bedenken über die Gesundheit der britischen Wirtschaft“, so räumen auch die Experten von Henderson ein, gebe es doch eine Fülle positiver Nachrichten, die dafür sprechen, dass das Schlimmste überstanden sei und in einigen Teilsegmenten wieder Wertsteigerungen erkennbar würden. Nach den dramatischen Preisrückgängen, die der Überhitzungsphase am Immobilienmarkt in der Krise folgten, scheint die Talsohle – zumindest in einigen Teilen des Segments Einzelhandelsimmobilien – durchschritten.

„Weite Teile des Marktes erholen sich schneller als gedacht, da die erwartete Zahl an Notverkäufen ausgeblieben ist“, stellt Angela Keane, Property Research Manager bei Henderson Global Investors fest. Sie schätzt, dass neben Spitzenobjekten auch der Rest des Marktes in den kommenden Monaten gute Investmentchancen bietet. Denn im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sieht Henderson den britischen Handelsimmobilienmarkt nach wie vor günstig bewertet. Die einzelnen Segmente erholen sich jedoch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

Zeichen deutlicher Erholungen zeigen einzelne Fachmarktzentren, sofern sie zur so genannten Top-Kategorie, dass heißt den oberen 5%, gehören. Diese werden nach Feststellung von Henderson bereits wieder zu Preisen gehandelt, die über den Gutachterbewertungen von Ende 2008 liegen. Bei der Masse der Fachmarktzentren zeigen die Preise bisher jedoch nur einen schwachen Aufwärtstrend. „Vor allem Objekte, die von Baumärkten oder Möbelhändlern geprägt sind, werden bei Investoren noch nicht nachgefragt“, so die Henderson Research-Managerin Keane, „da deren Performance eine Erholung des privaten Wohnungsmarkts voraussetzt“. Und das dürfte noch dauern.

Zäh bleibt die Lage auf dem Shopping-Center-Markt, da hier, wie überall in der Welt, die Kreditklemme bei großen Volumina im dreistelligen Millionen-Bereich ihre Wirkung zeigt. Deshalb erholt sich dieses Segment auch in Großbritannien am langsamsten. Spitzenobjekte weisen stabil niedrige Preise auf. Doch Investitionen von mehreren hundert Millionen Pfund sind immer noch schwer zu stemmen.

Und bei Shopping-Centern, die nicht zur Top-Kategorie gehören, fällt es derzeit schwer, überhaupt eine realistische Vorstellung vom richtigen Preis zu bekommen. Denn bisher wurden laut Henderson Global Investors zu wenige Objekte gehandelt. Die Unsicherheit über den Wert dürfte aus Sicht der Experten jedoch Opportunitäten eröffnen – insbesondere bei kleineren, gut vermieteten Objekten mit Mietsteigerungs-Potenzial. Voraussetzung dafür ist aus Sicht der Experten aber, dass der Investor hervorragende Kenntnis über den britischen Markt hat, da er nur dann „die Spreu vom Weizen“ trennen kann.

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