Im Gespräch… Stanley Bronisz, Vorstand von CONSUS zum Erwerb von 50% der CG Gruppe AG

 

 

„Der Immobilienbrief“: Letzten Dienstag machte die noch eher unbekannte CONSUS Commercial Property AG mit einem Paukenschlag auf sich aufmerksam. Sie sind erst seit April an der Börse, wollen aber jetzt schon 50% der CG Gruppe AG, einem renommierten Projektentwickler mit 300 Mitarbeitern und einem Realisierungsvolumen von 4,7 Mrd. Euro in den kommenden 5 Jahren mittelbar übernehmen. Für die Einbringung müssen Sie knapp 750 Mio. Euro stemmen. Bislang waren Projektentwickler eher nicht das Ziel von Übernahmen und auch keine Börsenfavoriten.

 

Stanley Broinsz

Stanley Broinsz

Stanley Bronisz: Wir haben eine robuste Pipeline, aber wir wollen noch schneller unseren Bestand aufbauen. Insofern passt ein marktführender Projektentwickler, der es gelernt hat, institutionelle Anleger maßgeschneidert zu bedienen, und sich im Wohnungsbau für diese Zielgruppe zum Marktführer entwickelt hat, perfekt in unser Konzept.

Ein weiter äußerst attraktives monetäres Umfeld beflügeln die Finanzmärkte und führen zu einer insgesamt sehr positiven Entwicklung des Immobilienmarktes. Gleichzeitig bleiben von marginalen Anpassungen abgesehen die Zinsen unten. Und genau in diesem Umfeld finden wir es extrem sinnvoll uns an der CG Gruppe zu beteiligen.

Die CG Gruppe ist ein Vorreiter unter den deutschen Projektentwicklern. Durch die systematische, konsequente Weiterentwicklung seiner Planungs- und Bauprozesse spart das Unternehmen sehr viel Geld im Vergleich mit den herkömmlichen Prozessen, die zum großen Teil recht alt und unmodern sind. Durch den zunehmenden Einsatz von industriell vorgefertigten Bauteilen werden die Kosten und notwendigen Bauzeiten zudem verkürzt. Diese Digitalisierung der gesamten Prozesse ist beispielsweise längst Bestandteil der Produktion von Automobilen und Flugzeugen, aber erstaunlicherweise noch nicht besonders präsent in der Bauindustrie.

 

„Der Immobilienbrief“ Was macht die CG Gruppe so interessant für CONSUS, und was erwarten Sie konkret davon?

Stanley Bronisz: Zunächst vorweggeschickt: Die CG Gruppe ist kein spekulativer Projektentwickler, sondern sie ist ganz im Gegenteil sehr risikokontrolliert und langfristig ausgerichtet. Ihre Kunden sind vornehmlich große institutionelle Investoren, wie Versicherungsgesellschaften und Vorsorgekassen, die die Projekte ankaufen – viele davon schon vor Baubeginn als Forward Sales. Durch dieses Modell bietet die CG Gruppe wesentlich höhere Planungs- und Finanzierungssicherheit. Nun aber zu den Vorteilen der Zusammenarbeit für CONSUS im Detail.

Wir profitieren gleich dreimal durch die Beteiligung:

Erstens: Die hohen steigenden Cashflows, welche die CG Gruppe generiert, können wir verwenden, um sehr schnell weitere Bestandsimmobilen zu erwerben.

Zweitens: Wenn die CG Gruppe moderne gewerbliche Objekte baut, dann kann dies künftig auch auf Grundstücken von CONSUS geschehen. Die Mehrheit der gewerblichen Immobilien in Deutschland ist heute mehr als 20 Jahre alt. Diese Bestände benötigen hohen CAPEX für Modernisierungsmaßnahmen. Durch unsere Beteiligung haben wir die Chance, unser Portfolio zu „verjüngen“, indem wir neuwertige Immobilien ohne jeden Instandhaltungsstau von der CG Gruppe erwerben.

Drittens: Die bestehenden Finanzierungsquellen der CG Gruppe könnten unsere Bestands-Finanzierungen beschleunigen und vielleicht uns sogar bessere Zinskonditionen in der Größenordnung von rd. 20 Basispunkten ermöglichen.

Somit entsteht ein Geschäftsmodell, das ein stabiles Bestandsgeschäft mit dem attraktiven Immobilien-Development kombiniert, welches in dieser risikooptimierten Form bisher noch nicht an einer deutschen Börse gelistet wurde. In Großbritannien und den USA sind solche Developer vorhanden – in Deutschland bisher noch nicht.

 

„Der Immobilienbrief“: Sie sind noch ein recht junges und auch kleines Unternehmen. Wie stemmen Sie das? 

Stanley Bronisz: Unsere maßgeschneiderten, immobilienwirtschaftlichen Erfahrungen liegen um deutlich mehr als eine Zehnerpotenz über unserer aktuellen Bilanz. Das realisieren auch die Verkäufer der CG Anteile mit der Bereitschaft, für fast 600 Mio. Euro neue CONSUS Aktien als wesentliche Kaufpreiskomponente zu akzeptieren und sich dabei offenkundig spürbares Wertsteigerungspotenzial auszurechnen. CONSUS ist erst seit April 2017 an der Börse München im Segment m:access sowie auf XETRA gelistet und auch erst seit Ende des Jahres 2016 mit dem Aufbau eines gewerblichen Immobilienportfolios befasst. Ich glaube, das aktuell uns entgegengebrachte Vertrauen ist mehr als nur ein Ritterschlag.

 

„Der Immobilienbrief“: Was sind die nächsten Schritte?

Stanley Bronisz: Zunächst einmal müssen unsere Gesellschafter auf der HV zustimmen. Da aber die Vorteile evident sind und unsere größten Anleger hinter der Entscheidung stehen, sollte das geschehen. Danach fängt in der Abstimmung mit der CG Gruppe dann die Arbeit an, die Synergien auszuloten und zu konkretisieren. Dazu werden wir unsere Einkäufe zügig fortsetzen und die neue Consus der Börsenwelt vorstellen.

 

„Der Immobilienbrief“: Last, but not least. Welche Vorteile haben die Aktionäre von der „neuen“ CONSUS?

 

Stanley Bronisz: Ein Unternehmen, das nachhaltig profitabel unterwegs ist, dessen Wert signifikant gesteigert wird und das schneller als geplant, Dividenden ausschütten kann.

 

„Der Immobilienbrief“:  Herr Bronisz, viel Erfolg und vielen Dank für das Interview.

 

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