Immobilienaktiengesellschaften legen Halbjahreszahlen vor

Gagfah, Polis, TAG, Patrizia und alstria waren in dieser Woche die ersten, die ihre Zahlen für das erste Halbjahr bekannt gaben. Die Hamborner, Colonia Real Estate und Fair Value legte am Donnerstag nach (siehe S. 19ff.). Die Ergebnisse der restlichen Gesellschaften liefern wir Ihnen in der nächste Ausgabe bzw. laufend auf unserer Homepage www.rohmert-medien.de.

Gagfah: Der Wohnimmobilienspezialist mit Sitz in Luxemburg, der mehr als 150.000 Wohnungen im ganzen Bundesgebiet sein Eigen nennt, hat im ersten Halbjahr ein Ergebnis aus der Vermietung von 240,3 Mio. Euro erzielt. Das sind 2,4% weniger als im Vorjahreszeitraum trotz 5% weniger Einheiten im Bestand. Das Unternehmen weißt einen NAV von 12,44 je Aktie aus und einen FFO von 0,38 Euro je Aktie bzw. 84,9 Mio. Euro (VJ: 0,39 Euro je Aktie bzw. 88,3 Mio. Euro). Die Miete konnte im ersten Halbjahr um 1,2% gesteigert werden. Das Unternehmen verzeichnete im ersten Halbjahr einen Gewinn von 9,8 Mio. Euro (VJ: -34,7 Mio. Euro).

2010 wurden 241 Einheiten mit einem Wert von 21,5 Mio. Euro privatisiert sowie 100 Einheiten für 5,2 Mio. Euro über Paketverkäufe veräußert. Des Weiteren ist die Gagfah Verkaufsverträge für weitere 2.501 Einheiten im Gesamtwert von 92,9 Mio. Euro eingegangen. Der Leerstand des Portfolios sank auf 5,1%.

Die Dividendenzahlung wurde auf die Hälfte gekürzt. Das verärgert Anleger, lässt aber hoffen, dass das Unternehmen das Geld ins Portfolio steckt. Hier gab es Vorwürfe in der Öffentlichkeit zur Qualität des Wohnungsmanagements. Die Aktie der Gagfah hat zwar ihre schweren Zeiten von Ende 2009 überstanden als der Kurs die 2 Euro Marke kratzte, ganz aus dem Tal kommt sie allerdings nicht, da sie sich seitdem auf der 6 Euro Marke seitwärts bewegt. Durch ihren Umgang mit Aktionären hat Hauptgesellschafter Fortress viel Vertrauen verspielt.

Patrizia Immobilien AG: Der Augsburger
Spezialist für Wohnimmobilien konnte im ersten Halbjahr den Umsatz um 65,4% auf 153,1 Mio. Euro steigern. Ursächlich dafür sind lt. Unternehmen vor allem die verbesserten Verkaufszahlen, die Serviceerlöse und der Ausbau des Fondsgeschäfts. Für die Wohnimmobilienprofis ist die
derzeitige Stimmung am Markt sehr positiv. Da
ist klar, dass auch die Augsburger u.a. durch ihre neuen und alten Fonds am Markt derzeit ein
großes Stück vom Kuchen haben wollen.
Offensichtlich erfolgreich.

Die Mieterlöse reduzierten sich aufgrund des abnehmenden Immobilienbestands weiter und beliefen sich auf 16,1 Mio. Euro im zweiten Quartal 2010 (Q2 09: 17,7 Mio. Euro). Die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter liegt bei 7,73 Euro/qm. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbessert sich im ersten Halbjahr um 9 Mio. Euro auf 29,3 Mio. Euro. Die Aufwendungen für Zinssicherungen betrugen im ersten Halbjahr 24,3 Mio. Euro (VJ: 27,6 Mio. Euro). Damit überdecken die Mieteinnahmen der ersten 6 Monate (32,8 Mio. Euro) das bereinigte Finanzergebnis um 35%. Das Vorsteuerergebnis liegt bei 5 Mio. Euro. Das Ergebnis nach Steuern liegt bei -5,7 Mio. Euro (VJ: -13,8 Mio. Euro).

Alstria: Die alstria office Reit AG ist in der Vergangenheit auch dadurch, dass man seit einiger Zeit unter der 45% Eigenkapitalquote, die das Reit-Gesetz vorschreibt, gelegen hat. In diversen Statements untermauerte CEO Olivier Elamine immer wieder, dass man die Vorgaben des Gesetzgebers einhalten werde. Lag die Eigenkapitalquote des Unternehmens im ersten Halbjahr 2010 noch bei 40,3%, so hat sie Ende Juni 42,5% erreicht. Aktuell (Stand: 11.08.2010) liegt sie wieder im gesetzlichen Rahmen bei 45,2%. Man bemüht sich offensichtlich erfolgreich, die Schwelle von 45% einzuhalten, kommen schließlich bei weiterer Unterschreitung nach dem 31.12.2010 Kosten in Höhe von ca. 15 Mio. Euro auf das Unternehmen zu. Im ersten Halbjahr diesen Jahres hat man die Eigenkapitalquote vor allem durch Verkäufe verbessern können.

Der Umsatz des Hamburger Unternehmens sank um 12,5% auf 45,2 Mio. Euro. Das Periodenergebnis stieg von -2,3 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2009 auf 11,6 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2010. Das operative Ergebnis (FFO) sank von 16,2 Mio. Euro auf 15,7 Mio. Euro.

Das Immobilienvermögen der alstria liegt Ende Juni bei 1,36 Mrd. Euro. Im zweiten Quartal hat das Unternehmen vier Gebäude in Hamburg mit einem Buchwert von 77,9 Mio. Euro veräußert. Im Juli wurden weitere Verkäufe im Juli in Höhe von 81,7 Mio. Euro getätigt. Diese realisierten einen Buchgewinn von 5%.

In den ersten 6 Monaten vermietete alstria 8.300 qm Flächen neu. Das sind 10% des Leerstands. Die Leerstandsquote stieg dennoch von 6,5% auf 7,7%. Als Grund nennt alstria die Veräußerung voll vermieteter Immobilien und die Beschleunigung der Entwicklungsprojekte. Für das laufende Jahr rechnet alstria mit einem Umsatz von 89 Mio. Euro und einem operativen Gewinn von 27 Mio. Euro.

Polis AG: Das Berliner Unternehmen meldet im ersten Halbjahr 2010 einen Verlust von 1,3 Mio. Euro. Das sind immerhin 1 Mio. Euro weniger als im ersten Halbjahr 2009. Das operative Ergebnis (FFO) liegt bei 1,5 Mio. Euro (VJ: 2,3 Mio. Euro). Grund für den Verlust sind vor allem niedrigere Mieteinnahmen und Modernisierungskosten. Das Ergebnis aus der laufenden Immobilienwirtschaftung sank von 6,3 Mio. Euro auf 4,8 Mio. Euro. Die Mieterträge lagen bei 6,5 Mio. Euro. Im Vorjahr konnten noch Mieterträge von 7,4 Mio. Euro erzielt werden. Das EBIT sank von 4,3 Mio. Euro auf 3,2 Mio. Euro. Im ersten Quartal lag die Eigenkapitalquote bei soliden 49,2%. Das Unternehmen konnte im ersten Halbjahr 10.900 qm Büroflächen neu vermieten. Damit liegt die Vermietungsquote bei 71% (VJ: 69%)!

TAG Immobilien AG: Das Hamburger Unternehmen verzeichnete im ersten Halbjahr 2010 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 6,2 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum musste noch ein Verlust von 32 Mio. Euro verbucht werden. Grund waren neben eher glücklosem Management im letzten Jahr vor allem Neubewertungen des Portfolios, die das Ergebnis drückten. Die TAG erwarb im ersten Halbjahr 800 Berliner Wohnungen sowie 2.000 Wohneinheiten von der FranconoWest AG in NRW. Die Ankäufe wurden durch Kredite und eine Kapitalerhöhung möglich gemacht. Dadurch stiegen die Finanzverbindlichkeiten und die Eigenkapitalquote sank auf 23,9%. Insgesamt registrierte das Unternehmen Umsatzerlöse von 39,8 Mio. Euro (VJ: 73,3 Mio. Euro). Grund hierfür sind vor allem weniger Verkäufe. Diese liegen im ersten Halbjahr 2010 bei 15,4 Mio. Euro (VJ: 48,7 Mio. Euro). Die Mieteinnahmen liegen stabil bei 23,8 Mio. Euro. Der Leerstandsquote konnte von 7,4% auf 6,2% reduziert werden. Der Aktienkurs legte in Folge der guten ersten Halbjahresmeldung ein wenig zu und notiert derzeit bei 4,76 Euro. Für das laufende Jahr prognostiziert das Unternehmen ein EBT von 10 Mio. Euro.

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