Der Handelsimmobilien Report Nr. 325

Der Handelsimmobilien Report Nr 325

  • Editorial von Ruth Vierbuchen: Im Einzelhandel ist schon sichtbar, wer die Gewinner und Verlierer des Shutdowns im März/April sind. Eklatante Umsatzverluste bis Ende Mai in der Mode-Branche und bei den Warenhäusern werfen für die Betroffenen die Frage auf, ob diese Lücke bis zum Jahresende wieder ausgeglichen werden kann. Viele Unternehmen – wie auch Galeria Karstadt Kaufhof – sind in Insolvenzverfahren gegangen, um bei der Neuverhandlung der Mieten, bei der Schließung von Filialen und Arbeitsplatzabbau bessere Voraussetzungen zu haben. (Seite 1)
  • Investmentmarkt Retail – Licht- und Schattenseiten liegen eng beieinander: Das hohe Transaktionsvolumen im ersten Quartal hat dafür gesorgt, dass im Investmentmarkt für Retail Assets – trotz Corona-Krise mit all ihren Folgen für Nonfood-Händler – im ersten Halbjahr 2020 mit 6 Mrd. bis 7,4 Mrd. Euro ein Rekordergebnis erzielt wurde, das die Lage vieler Mieter aus dem Einzelhandel und der Gastronomie nicht widerspiegelt. So konnte die Anlage-Klasse ihren zweiten Platz im Gewerbeimmobilienmarkt mit 29,4 Mrd. Euro hinter Büroimmobilien verteidigen. Der Einbruch im zweiten Quartal offenbart aber, dass die Corona-Krise Wirkung zeigt. (Seite 2)
  • Konjunktureller Ausblick – Baldiger Aufstieg aus dem Corona-Tal? Der Blick in die Zukunft gleicht derzeit dem Blick in die Glaskugel. Auf zu breiter Front ist die deutsche und die internationale Wirtschaft durch die behördlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie getroffen worden. Nachdem die Infektionszahlen sinken und die Lockerungen ausgedehnt werden, erwartet das Münchener Ifo-Institut für die deutsche Wirtschaft nun aber einen „Aufstieg aus dem Corona-Tal“. Die Sorge bei den einzelnen Firmen um ihre Zukunft kann das aber noch nicht mildern. Etwa ein Fünftel der deutschen Unternehmen hält seine Existenz laut Ifo-Umfrage für gefährdet. (Seite 6)
  • Einzelhandel in der Corona-Krise – Vermieter stehen vor schweren Entscheidungen: Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist in den ersten fünf Monaten 2020 – angetrieben vom Lebensmitteleinzelhandel – zwar nominal um 4,6% und real um 3,8% gestiegen, doch ist die Bilanz für die typischen Mieter in innerstädtischen Einkaufsstraßen und in Shopping-Centern aus dem Textil-, Bekleidungs-, Schuh- und Lederwareneinzelhandel mit einem Minus von nominal 32,4% und real von 32,6% und im „Sonstigen Einzelhandel“, zu dem Waren- und Kaufhäuser gerechnet werden, mit einem Rückgang von nominal 16,0 und real 16,7% ernüchternd. (Seite 8)
  • Standortschließung Galeria Karstadt Kaufhof – Harter Schlag für Hamburgs Innenstadt: Die Hamburger Innenstadt belebt sich zusehends, trotz Maskenpflicht und Abstandsregeln, fehlender Touristen, Kultur- und Gastronomiebesucher sowie Bürobeschäftigten, von denen sich viele noch im Homeoffice befinden. Die Normalität wird dennoch für lange Zeit nicht zurückkehren. Seit Galeria Karstadt Kaufhof angekündigt hat, dass in der wichtigsten Einkaufsmeile der Stadt, der Mönckebergstraße, Kaufhof und Karstadt Sports auf der Schließungsliste stehen, herrscht in der Branche, aber auch bei vielen Bürgern Schockstarre. (Richter, Seite 11)
  • Corona Consumer Check – Nur ein Teil des Urlaubsgelds fließt in den Handel: In Nordrhein-Westfalen begannen die Sommerferien mit einem Paukenschlag. Vor allem die Bewohner des Kreises Gütersloh waren als Touristen nur erwünscht, wenn sie einen negativen Covid-19-Test vorlegen konnten. Aus den Bundesländern an Nord- und Ostsee werden viele Bilder von vollen Badestränden gezeigt. Der Frage, wie die Haltung der Deutschen im Corona-Jahr 2020 zum Thema Urlaub ist, ist das IFH in seinem Corona-Consumer Check nachgegangen. (Seite 14)
  • Digital Mall – Mehr Center, mehr Kunden, mehr Einzelhändler: Der Hamburger Projektmanager ECE treibt den Ausbau seiner Omnichannel-Plattform für die von ihm gemanagten Shopping-Center voran. Wie das Unternehmen mitteilt, kommt die in diesem Kontext konzipierte „Digital Mall“ dem Wunsch vieler Kunden „nach einem ganzheitlichen, kanalübergreifenden Shoppingerlebnis“ entgegen. Konkret eröffnet die Digital Mall den Kunden die Chance, sich auf den digitalen Kanälen des Einkaufszentrums wie Website oder App jederzeit und überall über die im Center verfügbaren Produkte zu informieren. (Seite 15)
  • Besucherfrequenz – Kontinuierliche Rückkehr zur Normalität: Welche Spuren der Shutdown in weiten Teilen des deutschen Nonfood-Einzelhandels hinterlassen hat, lässt sich inzwischen auch an den Umsatzzahlen ablesen. Wie sich die Frequenz in allen deutschen Einkaufslagen während der behördlich angeordneten Schließung der meisten Geschäfte im März und April und in der Phase der Lockerungen entwickelte, hat GfK Geomarketing zusammen mit wetter.com in der Studie „Besucherfrequenzen 2020“ zusammengefasst. (Seite 16)
  • Der Lebensmitteleinzelhandel gewinnt die Herzen zurück – Wie Phönix aus der Asche: Kaum eine Branche hat in den vergangenen Wochen solch eine persönliche Wertschätzung erfahren wie der deutsche Lebensmitteleinzelhandel. Ob für Panik- oder Hamstereinkäufe, die noch verfügbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gaben alles, um die Läden am Laufen zu halten. Schließlich wurde dem Lebensmitteileinzelhandel Systemrelevanz zuerkannt. Die Zuwächse werden mit insgesamt 14% von Januar bis April angegeben. Tatsächlich berichten Kaufleute aus wohnortnahen Standorten von 30 bis 40 Mehrumsatz. (Jahn, Seite 18)
  • Wisag Services Holding GmbH – Neue Geschäftsführung präsentiert gute Bilanz: Der Immobiliendienstleister Wisag Services Holding GmbH aus Frankfurt am Main setzt bei seinem Geschäftsmodell auf Flexibilität durch eine hohe Eigenleistungsquote von etwa 82% und die Spezialisierung auf die individuellen Anforderungen der unterschiedlichen Asset-Klassen. Vor diesem Hintergrund konnte das Geschäft nach den Worten von Geschäftsführer Martin Riebschläger 2019 in allen Kundensegmenten ausgebaut werden. (Seite 22)Der
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