Nachgedacht  4 – wie geht es weiter? Was meint der Investor?

 

Claus Thomas von LaSalle sieht Immobilien-Boom „prolongiert“

 

LaSalle bestätigt trotz politischer Unsicherheiten weiterhin positive Aussichten für europäische Immobilien auch 2017. Deutschland werde 2017 seinen Status als sicherer Hafen für Immobilien-Investments mit einem weiterhin sehr aktiven Immobilienmarkt beibehalten. Die Herausforderung für 2017 liege darin, dass viele Trends bereits voll eingepreist seien und in vielen Märkten eine aktive Angebotspipeline bereits auch Stadtteillagen ins Visier nehme.  (WR)

 

In Großbritannien war das Investorenvertrauen direkt nach dem Brexit-Referendum deutlich stärker als erwartet. Großbritannien werde auch 2017 ein relevanter Zielmarkt für einheimische und globale Immobilien-Investoren bleiben. Generell sei jedoch eine selektive Anlagestrategie bei sich bietenden Investmentgelegenheiten wichtig. Claus Thomas, Deutschlandchef von LaSalle Investment Management erwartet, dass die Hochphase der Immobilienkonjunktur in Deutschland noch einige Zeit anhalten werde. Das historisch in Deutschland noch nie dagewesene Interesse an Immobilien werde sich vor allem auch deswegen fortsetzen, weil Immobilieninvestments in Deutschland in einer Welt der Ungewissheit als sicherer Hafen betrachtet werden. Mit Blick auf die eigene Strategie sieht Thomas einen nach wie vor starken Fokus auf Qualität und Lage. Die hoch researchbasierte eigene Investment-Strategie habe sich für die Anleger bewährt.

 

Grundsätzlich empfiehlt LaSalle für Immobilieninvestments in Europa Investitionen in Core-Immobilien in Städten wie Paris, Amsterdam, Frankfurt und München, da diese eine bessere Performance zeigen sollten als der Durchschnitt der EU. Weitere Investments sollten in dominante Einkaufs-Zielmärkte insbesondere in Frankreich und in Einzelhandelslagen in Haupteinkaufsstraßen aufstrebender Trabantenstädte in Deutschland und in Schweden gehen. Stadtnahe Logistik-Immobilien würden weiterhin relativ hohe Renditen bieten. Gleichzeitig bieten bei flächenintensiver Logistik die zugrundeliegenden Grundstückswerte, die mit einer Zunahme der Bevölkerung und des Stadtgefüges voraussichtlich steigen dürften, eine wichtige Perspektive.

 

Wohnbau-Projekte in den Niederlanden und in Deutschland seien unter Vermeidung von Planungsrisiken als „Develop-to-hold-Strategie“ zu bevorzugen. Der Miet-Wohnbausektor in Großbritannien (private rented sector) sei vor dem Hintergrund der chronischen Knappheit an Wohnraum in vielen Teilen des Landes ein klarer Gewinner in den kommenden Jahren. Gleichzeitig könnte der Büroflächenmarkt von London schnellen Investoren durch Brexit-bedingte Preisanpassungen Investment-Gelegenheiten bieten. Last but not least seien in einem Umfeld niedriger Zinsen Mezzanine-Finanzierungen bei LaSalle eine der ertragsstärksten Strategien, da das angespanntere regulatorische Umfeld traditionelle Kreditgeber in eine konservativere, risikoaversere Haltung zwinge.

 

Alles in allem empfiehlt Claus Thomas Investoren, für die Ausgewogenheit mehrerer Risiko-Ertrags-Strategien in einem breit aufgestellten internationalen Immobilien-Investment-Portfolio Sorge zu tragen, parallel zu einem konservativeren Investmentprogramm im jeweiligen Heimatland. Zu den kurzfristigeren Gelegenheiten, die Investoren in Erwägung ziehen sollten, zählen das bewusste Eingehen eines Vermietungsrisikos in nachfragestarken Märkten, die Verfolgung von Projektentwicklungen in angebotsschwachen Märkten mit ebenfalls starker Nutzernachfrage und die Akquisition von Immobilien mit strategisch langer Haltedauer, die einem Abschwung am ehesten standhalten könnten. Die Herausforderung für 2017 liege darin, dass viele Trends bereits voll eingepreist seien und in vielen Märkten eine aktive Angebotspipeline bereits auch Stadtteillagen ins Visier nimmt.

 

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